Gescheitertes Vertrauen
Ehrlich zu sich selbst zu sein, ist schwer. Und kompliziert. Und belastend. Und unangenehm.
Doch ohne Ehrlichkeit sich selbst gegenüber kommt man nicht weiter und dreht sich immer wieder im Kreis.
Wenn du Gott gegenüber nicht ehrlich sein kannst, verbirgst du etwas vor Ihm. Und das, was du verbirgst, wird zu einem Ort, an den Gott nicht herankommt. Naja, wenn wir ganz ehrlich sind: Er könnte schon dorthin gelangen, aber Er tut es erst, wenn du Ihn einlädst.
Es gibt Dinge, über die wir leicht ehrlich sprechen können. Es gibt aber auch Dinge, die wir lieber verstecken, denn was werden die anderen wohl denken, wenn sie davon erfahren? Und ähnlich verhält es sich auch mit Gott.
Beim Aufatmen-Retreat Ende Mai haben wir uns damit anhand von Petrus beschäftigt, der dreimal behauptet, Jesus nicht zu kennen, obwohl er drei Jahre lang jeden Tag mit ihm unterwegs gewesen war. Als der Hahn kräht, erkennt Petrus, dass er versagt hat. Jesus hatte es ihm angekündigt, doch Petrus war sich sicher: Nein, das würde ich niiiiiiiiiiiiemals tun.
Kennst du das?
Nachdem Jesus von den Toten auferstanden ist, kommt Er zu Petrus und fragt ihn dreimal, ob er Ihn liebt. Damit gibt Jesus Petrus die Möglichkeit, ihre Beziehung wiederherzustellen.
Interessant dabei ist, dass Jesus beim ersten Mal das griechische Wort für vollkommene, bedingungslose Liebe verwendet. Petrus weiß, dass er diesem Anspruch nicht gerecht werden kann. Zu oft hat er erlebt, dass er seine eigenen Versprechen nicht halten konnte. Deshalb antwortet Petrus mit dem Wort für eine menschliche, unvollkommene Liebe.
Wie ehrlich er hier ist! Er gibt zu, dass die beste Liebe, die er wirklich leben kann, nicht perfekt ist.
Jesus kommt ihm entgegen und verwendet bei seiner nächsten Frage dasselbe Wort, das Petrus benutzt hat.
Es ist in Ordnung, dass die Liebe von Petrus nicht vollkommen ist. Wichtig ist, dass er sein Bestes gibt und ehrlich bleibt.
Und genau diese Ehrlichkeit möchten wir in unser Leben und in unseren Auftrag mitnehmen.

In der kreativen Einheit haben wir auf Situationen in unserem Leben geschaut, in denen wir nicht halten konnten, was wir Gott versprochen hatten, in denen unser Vertrauen zu kurz kam und in denen wir vor der Tür standen, hinter der wir etwas verborgen halten, vielleicht schon seit langer Zeit.
Was hält dich zurück?
Welche Zutaten gehören dazu?
In der Situation von Petrus hätten Angst, Scham, Wut, Unverständnis, Unsicherheit und vieles mehr solche Zutaten sein können, die ihn davon abhielten, offen dazu zu stehen, dass er Jesus kannte.
All diese Zutaten wurden auf einer Karte dargestellt – in einer Form und Größe, die zu der jeweiligen Zutat passte.
Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe, weil sie Ehrlichkeit verlangt. Wo liegen deine Schwachstellen? Wo deine empfindlichen Punkte?
Nachdem jede Teilnehmerin ihre Zutatenkarte gestaltet hatte, drehte sie die Karte um und stellte auf der Rückseite dar, was sie braucht, wenn sich diese Zutat bemerkbar macht.
Anschließend haben wir die Karten miteinander geteilt.
Und wie schön ist es dann, bei anderen Wiedererkennung zu finden, neue Ideen zu entdecken und sich von den Gedanken und Erfahrungen anderer inspirieren zu lassen.

