In einer Zeit, in der Stille immer seltener wird, arbeiten wir an einem neuen Projekt, das Besucher einlädt, wieder neu zu lernen zuzuhören und zu überdenken. Das Projekt trägt den Namen „Stimme Gottes“.
Die Grundlage dieses Projekts liegt in einem biblischen Prinzip der Betrachtung und Ausrichtung auf Gottes Wort:
„Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst darüber nachsinnen Tag und Nacht, damit du darauf achtest, alles zu tun nach allem, was darin geschrieben ist; denn dann wirst du auf deinen Wegen Erfolg haben, und dann wirst du einsichtig handeln.“ (Josua 1,8)
„Sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht.“ (Psalm 1,2)
„Meine Augen eilen den Nachtwachen voraus, um über dein Wort nachzusinnen.“ (Psalm 119,148)
Diese Texte bilden den Kern dessen, woran „Stimme Gottes“ anknüpfen möchte: das bewusste Nachsinnen über Gottes Wort als eine lebendige Praxis von Aufmerksamkeit und Stille.
Das Projekt ist als interaktiver Raum konzipiert, in dem Licht und Klang sich um ein zentrales Thema verbinden: den Charakter Gottes, wie er in der Bibel beschrieben wird. In dem Raum gibt es keine Musik, keine Erklärungen und keine zusätzlichen Stimmen, die die Erfahrung lenken. Allein Bibeltexte bilden den Inhalt dessen, was zu hören ist.
Im Raum verteilt befinden sich kleine Lautsprecher, aus denen Bibelverse hörbar werden. Diese Verse sprechen über Eigenschaften Gottes wie Liebe, Heiligkeit, Treue, Gerechtigkeit, Erlösung und Majestät. Die Texte werden nicht von einer einzigen Stimme getragen, sondern von mehr als hundert verschiedenen Menschen, die ihre Stimme für das Projekt gegeben haben. Dadurch entsteht eine Vielzahl von Stimmen, die zusammen ein Ganzes bilden.
(Foto als Beispiel)

Die Verse werden auf unterschiedliche Weise präsentiert: manchmal als eine thematische Linie, manchmal als eine Sammlung von Texten zu einer Eigenschaft Gottes, und manchmal in überlappenden Kompositionen, in denen mehrere Stimmen gleichzeitig hörbar sind. Der Raum verändert sich dadurch fortlaufend, während der Inhalt stets mit demselben Ausgangspunkt verbunden bleibt.
Neben dem Klang spielt das Licht eine zentrale Rolle im Erlebnis. Jede Kategorie des Charakters Gottes ist mit einer Farbe verbunden. So können beispielsweise Liebe und Erlösung in warmen Rottönen dargestellt werden, Heiligkeit und Reinheit in weißem Licht, und himmlische Majestät oder das Wirken des Geistes in Blautönen. Das Licht bewegt sich mit dem, was zu hören ist, wodurch ein feines Zusammenspiel zwischen Gehörtem und Gesehenem entsteht.
Besucher können das Erlebnis selbst starten. Ab diesem Moment läuft das Projekt automatisch über eine festgelegte Zeit. In dieser Zeit werden sie eingeladen, sich in einem Raum aufzuhalten, in dem nichts von ihnen verlangt wird außer Aufmerksamkeit: Aufmerksamkeit für die Worte und für das, was diese Worte über Gott sagen.
Die Kombination aus mehr als hundert Stimmen, der sorgfältig abgestimmten Interaktion von Licht und Klang und der Art und Weise, wie Besucher den Raum betreten und erleben, bildet ein zusammenhängendes Ganzes, in dem Erfahrung und Inhalt sich gegenseitig verstärken.
Was bleibt, ist der Kern:
Ein Raum, in dem das Wort durch viele Stimmen klingt, getragen von Licht, und in dem Besucher eingeladen werden, still zu werden, zuzuhören und darüber nachzusinnen, wer Gott ist.
„Stimme Gottes“ ist von Anfang an als mobiles Projekt konzipiert, das an verschiedenen Orten aufgebaut und erlebt werden kann. Dadurch kann die Installation von Kirche zu Kirche reisen und es entsteht die Möglichkeit, dass Menschen im ganzen Land auf direkte und erfahrungsorientierte Weise eingeladen werden, Sein Wort zu hören.
