FEG Gemeidewerkstatt Sittensen
Gestern waren wir beim Gemeindetag der FEG-Gemeinden in Norddeutschland zu Gast. Sie hatten einen (wirklich gut!) organisierten Tag für alle Gemeindemitglieder auf die Beine gestellt, mit etwa 8 verschiedenen Workshops, die jeweils zweimal angeboten wurden. So hatte jeder die Möglichkeit, mehrere Workshops zu besuchen.

Wir waren natürlich auch dabei und durften zweimal einen kreativen Workshop zum Thema „Verbinden“ anbieten.
Nun, das ist ein Thema, das man gleich in die Praxis umsetzen kann!
Jeder musste drei ganz unterschiedliche Papierstücke auswählen und auf sein weißes Blatt kleben. Der erste Teil der Aufgabe bestand darin, diese drei unterschiedlichen Stücke miteinander zu verbinden.


Danach mussten sie ihr Blatt mit dem Blatt eines anderen verbinden. Aber ohne zu reden. Keine Absprache, sondern nonverbal und auf Papier.
Und wie macht man das eigentlich? Wo findet man eine Gemeinsamkeit? Einen Ausgangspunkt? Lässt man den anderen auf das eigene Blatt? Fühlt man sich frei genug, auf dem Blatt des anderen zu zeichnen? Fragt man nonverbal um Erlaubnis? Wie bringt man zwei völlig unterschiedliche Stile zusammen? Und herrscht ein Gleichgewicht zwischen dem, was man auf dem Blatt des anderen macht, und dem, was der andere auf dem eigenen macht?
Dabei kommen plötzlich alle möglichen Aspekte zum Vorschein, die zum Thema Verbinden gehören.
Bei der anschließenden Nachbesprechung haben wir über diese Erfahrungen gesprochen und nach Parallelen zwischen der Aufgabe und dem Alltag gesucht.

Und was nehmen die Teilnehmer mit nach Hause?
- Ich darf dem anderen mehr Raum geben, damit er auch seinen Plan umsetzen kann, anstatt sofort mit meiner eigenen Idee loszulegen.
- Es hilft, manchmal einen Schritt zurückzutreten. Es sah überhaupt nicht so aus, als würde das zusammenpassen. Aber als ich das Foto gemacht habe, war es plötzlich ein gemeinsames Bild.
- Manchmal scheint es unmöglich, etwas Gemeinsames zu finden. Aber wenn man trotzdem weitermacht, entsteht etwas Schönes.
- Manchmal ist Verbinden ganz einfach, manchmal ist es richtig harte Arbeit.
- Das Endergebnis wäre niemals entstanden, wenn ich mich nicht mit dem anderen verbunden hätte.
- Verbinden braucht Mut.
- Verbinden ist nur möglich, wenn ich auch meine eigenen Farben zeige. Und genau das macht verletzlich.
- Verbindung bringt Reichtum.
Und das gilt nicht nur für die Kunstwerke, sondern auch für den ganz normalen Alltag!
Neben unserem eigenen Workshop gab es natürlich noch viele andere tolle Workshops.
Themen waren unter anderem Evangelisation als Lebensstil, das Evangelium fließend weitergeben lernen, von Lebenshilfe zu Lebensveränderung durch Kleingruppen, lernen, eine Gemeinde zu leiten, den Gottesdienst als einen Raum der Begegnung gestalten, in dem sich Leben verändert, einfaches Predigen lernen und religiöser Machtmissbrauch in Seelsorge und Gemeinde (zu diesem Thema haben wir selbst schon einige Blogbeiträge geschrieben).
Auch Einsamkeit war ein Thema, und das war wirklich superinteressant!! Außerdem gab es einen tollen Workshop mit dem Titel „In Verbindung kommen – echte und offene Kommunikation“. Es gab also mehr als genug Auswahl und auch inhaltlich (wir haben selbst einige Workshops besucht) hat sich der Tag definitiv gelohnt!
FEG Sittensen: Vielen Dank für eure Gastfreundschaft!
FEG Seelsorgeteam: Vielen Dank für eure Organisation!

