Schöne Erinnerung
Beim Durchsehen der Fotos von Therapiesitzungen stieß ich auf die folgenden Bilder. Dieses Werk wurde von einer Teilnehmerin erstellt, die inzwischen verstorben ist. Es ist schön, sich noch an sie durch ihre Werke zu erinnern. Deshalb möchten wir ihre Erfahrung gerne mit euch teilen.
Wir beginnen die Therapiesitzung damit, uns auf Bedürfnisse zu konzentrieren. Danach machen wir eine Zeichenübung, bei der ein Wort für 2 Minuten in Bewegung, Form, Kraft und Geschwindigkeit des Zeichnens umgewandelt wird – mit einem abstrakten Ergebnis. Auf die gleiche Weise wird ein Gefühl ausgearbeitet, das zu dem gewählten Bedürfnis passt, und das Gegenteil dieses Gefühls. Diese beiden A3-Blätter müssen nun zusammen in ein neues Werk verarbeitet werden.

Sie hat Bedarf an Richtung. Das unangenehme Gefühl, das zu diesem Bedürfnis passt, wird auf dem zweiten Blatt dargestellt. Das erste zeigt das Gegenteil: ein Knotenpunkt, von dem verschiedene Wege abzweigen.

Beim Zusammenfügen der beiden Blätter faltet sie das negative Blatt immer wieder, bis nur noch ein kleines Stück übrig bleibt. Daraus schneidet sie einen Pfeil, den sie auf den Weg zum Knotenpunkt klebt. Auf diese Weise ist das negative Gefühl für sie viel besser erträglich geworden. Anstatt in einem Chaos und Wirrwarr von negativen Gefühlen zu verschwinden, kann sie diese nun kanalisieren. Und sie weiß, dass sie auf dem Weg zu einem Knotenpunkt mit verschiedenen Optionen ist. Und ja, sie weiß noch nicht, welche Option besser ist, aber sie weiß, dass es verschiedene Optionen gibt. Und anstatt in der Chaotik des Gefühls zu verschwinden, schwebt sie jetzt wie in einem Hubschrauber darüber und hat mehr Überblick gewonnen.

