Ein häufiges Missverständnis: Unruhe kommt nicht von Gott
Wir haben vor einiger Zeit mit X gesprochen. Er wird nächste Woche als Missionar in Land Y gehen. Nur… er hatte überhaupt keinen Frieden darüber. Er hat seit Wochen schlecht geschlafen. Sein Kopf und Herz waren unruhig. Dennoch hatte sein Unterstützerkreis ihm gesagt, dass diese Unruhe nichts bedeute, denn „Unruhe kommt nicht von Gott“.
Doch da haben wir ein Problem. Denn was sehen wir in der Bibel?
Bei Saul verursacht Gott tatsächlich Unruhe, um deutlich zu machen, dass er nicht mehr auf Gottes Wegen wandelte:
Der Geist des HERRN wich von Saul, und ein böser Geist von dem HERRN ängstigte ihn. 1. Samuel 16,14
Auch der Traum Nebukadnezars kam von Gott (siehe Daniel 2,28) und brachte gerade Unruhe als Warnung und Offenbarung:
„Im zweiten Jahr seiner Regierung hatte Nebukadnezar Träume, und sein Geist wurde beunruhigt, sodass ihm der Schlaf entwich.“ Daniel 2,1
Und im Buch Hiob wird sehr deutlich gesagt, dass Gott sogar beunruhigende Träume benutzen kann, um jemanden zur Einsicht zu bringen:
„Gott redet… im Traum, im Nachtgesicht, wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt… dann erschreckt er sie durch Warnungen, um den Menschen von seinem Tun abzubringen und den Hochmut von ihm fernzuhalten.“ Hiob 33,14–16
Mit anderen Worten: Gott kann durchaus durch Unruhe hindurch sprechen. Diese Unruhe einfach mit dem Argument abzutun „Gott verursacht keine Unruhe“ ist daher biblisch nicht haltbar.
Soll X nun nach Land Y gehen? Das wissen wir nicht. Das muss X selbst gemeinsam mit Gott klären. Aber dass diese Unruhe da ist, steht fest. Und nun ist X gefordert zu unterscheiden: kommt diese Unruhe von Gott, oder liegt die Quelle woanders?
Diese Antwort können wir ihm nicht geben. Aber die Unruhe zu ignorieren? Mit diesen biblischen Beispielen (und es gibt noch mehr in der Bibel) können wir das jedenfalls nicht empfehlen.

