Klarheit: Die biblischen Antworten auf die kontroversen Fragen über Maria und Sexualität in der Ehe
Kürzlich hat mich jemand Folgendes gefragt: (ich habe die Formulierung der Frage etwas geglättet, damit niemand direkt rot wird)
In meiner Kirche wird gelehrt, dass Maria ihr ganzes Leben Jungfrau und ohne Sünde gewesen sei. Aber wie passt das eigentlich zu dem, was Paulus in 1. Korinther 7 über die gegenseitigen Pflichten von Mann und Frau in der Ehe schreibt? Würde Maria, wenn sie Josef die eheliche Gemeinschaft verweigert hätte, dann eigentlich sündigen?
Gute Frage!
Man sieht in dieser Frage schon eine ganze Menge(!), und zwischen den Zeilen steckt oft noch mehr. Diese Fragen zwischen den Zeilen sind meistens die schwierigsten. Denn manchmal muss man auch eine Frage beantworten, die jemand eigentlich gar nicht offen auszusprechen wagt. Also gut: Zeit, diese Knoten biblisch zu entwirren und zu schauen, was die Bibel wirklich sagt. Dann bleibt das Gespräch sauber und ehrlich, und jeder weiß, worüber wir reden.
Matthäus 13,55–56: „Ist dieser nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria und seine Brüder Jakobus und Josef und Simon und Judas? Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns?“ (ELB)
Hier steht ziemlich klar, dass Maria nicht ihr ganzes Leben Jungfrau geblieben sein kann: Es werden mehrere Brüder und Schwestern von Jesus erwähnt.
Weiter zum nächsten Vers:
Römer 3,23: „denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes“ (ELB)
Maria fällt unter dieses „alle“, genau wie wir alle. Sie war also nicht sündenlos.
Das war auch schnell klar – keine große Diskussion darüber – also sind wir weiter zum nächsten Punkt gegangen:
1. Korinther 7,3–5: „Der Mann leiste der Frau die eheliche Pflicht, ebenso aber auch die Frau dem Mann. Die Frau verfügt nicht über ihren eigenen Leib, sondern der Mann; ebenso aber verfügt auch der Mann nicht über seinen eigenen Leib, sondern die Frau. Entzieht euch einander nicht, es sei denn nach Übereinkunft für eine Zeit, damit ihr euch dem Gebet widmet; und kommt dann wieder zusammen, damit der Satan euch nicht versuche wegen eurer Unenthaltsamkeit.“ (ELB)
Innerhalb der Ehe gehört es zur Pflicht, einander die eheliche Gemeinschaft nicht vorzuenthalten. Paulus fügt zwar hinzu: „es sei denn nach Übereinkunft für eine Zeit, damit ihr euch dem Gebet widmet“, aber das ist nur vorübergehend und nur im gegenseitigen Einverständnis. Danach soll man wieder zusammenkommen. Klar, oder? Und man sieht hier auch das „Warum“: Gott macht keine Regeln zum Spaß – dahinter steht immer ein guter Grund.
Und für 100.000% Sicherheit (man weiß ja nie, wo so eine Frage wirklich herkommt…) habe ich zuletzt noch diesen Vers erwähnt:
Hebräer 13,4: „Die Ehe sei in Ehren bei allen, und das Ehebett unbefleckt; denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten.“ (ELB)
Außerhalb der Ehe ist sexuelle Gemeinschaft Sünde; innerhalb der Ehe gehört sie zur gegenseitigen Fürsorge und zum Respekt.
Und ja, danach hat der Fragesteller noch ein paar Versuche gemacht, irgendwie „rauszukommen“, aber die sind alle ziemlich schnell gescheitert. Denn auch für ihn waren die Bibelstellen glasklar – ob er wollte oder nicht. Wieder etwas gelernt, jetzt fehlt nur noch die Umsetzung.
Und damit war das Gespräch angenehm eindeutig: kein Herumdrucksen, keine Umwege. Es ist schon eine Erleichterung, wenn man in scheinbar komplizierten Gesprächen einfach bei dem bleiben kann, was die Bibel sagt.

