Stimmen aus dem Reich der Toten? Was soll ich damit machen?
Ich habe vor einiger Zeit mit jemandem gesprochen (oder aus der Ferne über eine christliche Plattform), die sagte, dass sie 2006 gestorben sei und nun spürte, wie ihr Körper brannte, Schreie hörte und sie fühlte, wie sie gequält wurde. Sie sagte auch, dass sie Christin sei.
Nun kann man in diese Richtung ein paar Dinge sagen, aber lass uns zunächst mit zwei Bibelversen anfangen.
Denn die Lebenden wissen, dass sie sterben werden, aber die Toten wissen nichts, und sie haben keinen Lohn mehr zu erwarten, denn ihr Gedächtnis ist vergessen. (Prediger 9,5)
Aber der Mensch stirbt und liegt machtlos da; der Sterbliche haucht den letzten Atem aus, und wo ist er dann? … So liegt der Mensch nieder und steht nicht wieder auf; solange die Himmel bestehen, erwachen sie nicht und werden nicht aus ihrem Schlaf erweckt. (Hiob 14,10, 12)
Oder anders gesagt, die Toten können nicht sprechen. Warum nicht? Darüber finden wir etwas im Gleichnis von Lazarus in der Bibel, in dem folgendes steht im Bericht über den reichen Mann und den armen Lazarus:
Aber Abraham sagte zu ihm: Wenn sie nicht auf Mose und die Propheten hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten aufersteht. (Lukas 16,31)
Oder anders gesagt, Gott lässt nicht zu, dass die Toten mit den Menschen sprechen können (denn es nützt nichts), und die Toten können also auch nicht sprechen. Ich habe also keine Angst vor solchen Gesprächen, denn sie sind nicht tot. Es muss also etwas anderes dahinterstecken.
Schauen wir uns nun die erste Möglichkeit an:
Jemand kann tatsächlich Stimmen in seinem Kopf hören. Das Gehirn ist ein enorm komplexes Organ, in dem so vieles schiefgehen kann, und das Hören von Stimmen ist absolut möglich. Für diese Person sind diese Stimmen auch wirklich wahr (auch wenn sie in der Realität nicht existieren). Jemanden einfach abzutun mit “Das ist Unsinn, du hörst nichts.” und das Gespräch zu beenden, ist zu kurz gedacht und auch nicht freundlich. In der Bibel steht klar, was man tun soll, und einfach abzutun steht nicht in dieser Beschreibung:
Und ein Knecht des Herrn soll nicht streiten. Er soll für alle freundlich sein. Er soll auch in der Lage sein, gut zu lehren im Glauben. Er muss geduldig und freundlich bleiben gegenüber Menschen, die falsche Dinge tun und nicht tun wollen, was er sagt. Er soll ihnen ruhig erklären, wo sie sich irren. Denn Gott kann ihnen helfen, zu erkennen, dass sie falsch liegen. (2. Timotheus 2,24-25)
Jemand kann so geisteskrank sein, dass er wirklich glaubt, Napoleon zu sein (oder irgendetwas anderes), also ist das auch eine Wahrheit für diese Person, die in Wirklichkeit nicht wahr ist. Daher muss man mit solch einer Fragestellung vorsichtig umgehen, denn wenn jemand so “gestört” ist, möchte man die Situation auf keinen Fall noch schlimmer machen, indem man eine schroffe Abweisung äußert. Wenn jemand so verwirrt ist, muss er so schnell wie möglich professionelle Hilfe bekommen (Psychiatrie, Psychologe, Therapeut), und man sollte sich fragen, ob man selbst die richtige Person ist, die dort etwas tun kann. In diesem Fall ist eine Überweisung oft die beste Lösung, denn ein Coach, ein durchschnittlicher Missionar, ein Pastor oder ein Seelsorger ist dann nicht die richtige Person mit dem nötigen Wissen für dieses Problem, geschweige denn die medizinischen Mittel, um es anzugehen.
Die zweite Möglichkeit:
In der Bibel gibt es Beispiele, dass der Teufel oder dämonische Mächte manchmal durch die Stimme eines Menschen sprechen, sowohl um zu täuschen als auch um ihren Einfluss auszuüben. Lies zum Beispiel die folgenden Beispiele:
- Die Versuchung von Jesus (Matthäus 4,1-11, Lukas 4,1-13): In diesen Versen spricht der Teufel direkt zu Jesus, aber seine Worte scheinen durch eine menschliche Stimme zu kommen. Dies ist ein direktes Beispiel dafür, wie der Teufel die Stimme eines Menschen benutzt, um Versuchung und Täuschung auszuüben.
- Petrus und die Verwerfung von Jesus (Matthäus 16,21-23): In dieser Geschichte sagt Jesus zu seinen Jüngern, dass er leiden und sterben wird, aber Petrus reagiert, indem er sagt, dass dies niemals geschehen darf. Jesus sagt dann zu Petrus: „Weiche von mir, Satan!“ (Matthäus 16,23). Hier benutzt der Teufel, durch Petrus’ Worte, eine menschliche Stimme, um Jesus von seiner Mission abzulenken.
- Die Besessenheit des bösen Geistes (Markus 5,1-20): In dieser Geschichte trifft Jesus auf einen Mann, der von einem Legion Dämonen besessen ist. Die Dämonen sprechen durch den Mann, und dies ist ein Beispiel dafür, wie die bösen Geister die Stimme eines Menschen benutzen können, um ihren Willen auszudrücken.
Wenn das der Fall ist, wird es viel beängstigender, aber es gibt immer noch keinen Grund zur Panik. Sei jedoch wachsam und bleibe ruhig:
Seid nüchtern und wachsam, denn euer Gegner, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Widersteht ihm, fest im Glauben, wissend, dass dasselbe Leiden auch über eure Brüder und Schwestern in der Welt kommt. (1. Petrus 5,8-9)
Du sprichst dann nicht mit einer Person, auch nicht mit einer toten Person, sondern mit dem Gegner, dem Teufel / Dämon / dem brüllenden Löwen, der sucht, wen er verschlingen kann. (Und du bist das Ziel…) Und mit dem willst du also nicht sprechen, diskutieren oder irgendetwas tun. Punkt. Du als Mensch bist nicht in der Lage, diesen Kräften zu widerstehen (dafür bist du wirklich VIEL zu schwach). Wenn Christus selbst in Matthäus 16,23 das Gespräch nicht aufnimmt, sondern klar sagt: „Weiche von mir, Satan!“, warum denkst du dann, dass du das Gespräch führen musst? Etwas, über das es sich lohnt, nachzudenken.
Und zum Glück gibt die Bibel klar an, was du stattdessen tun solltest:
Unterwerft euch also Gott. Widersteht dem Teufel, und er wird von euch fliehen. (Jakobus 4,7)
Aber wie widerstehst du dieser „Stimme“? Achtung, hier schauen wir wieder auf die geistliche Waffenrüstung, die Gott uns gegeben hat, wo in Epheser 6,11-18 fünf Dinge genannt werden, um dich zu verteidigen (Helm, Gürtel, Panzer, Schild und Sandalen) und nur eine Sache, um zu kämpfen (falls es überhaupt notwendig ist, denn diese Sandalen sind auch dazu da, um wegzulaufen! „Weiche von mir, Satan!“). Und das eine Ding, mit dem du überhaupt in einen Kampf ziehen könntest (im offensiven Sinn), ist:
Das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes. (Epheser 6,17b)
Also, was tue ich in solchen Fällen? Gottes Wort = die Bibel. In diesem Fall wäre meine Antwort also auch: „Es ist beunruhigend zu hören, dass du damit zu kämpfen hast. Denkst du, es wäre eine gute Idee, gemeinsam einige Bibelverse zu betrachten, die darüber sprechen und wie wir damit umgehen sollten, gemäß Gottes Wort?“
Und in 99% der Fälle: Klick, und die Stimme / der Fragesteller ist weg. Denn der Teufel will nichts von Gott hören, geschweige denn von Gottes Wort, also tut er genau das, was in Jakobus 4,7 steht: Er flieht. Wenn die Person dann trotzdem weiter mit dem Gespräch fortfahren möchte (1%), wird es immer ein gutes Gespräch, weil sie offen für Gott ist, und wo Gott ist, kann kein Übel sein. Da liegt dann auch das Heil für diese Person. Wunderschön! Das sind die Gespräche, die wirklich wertvoll sind, und dafür investiere ich gerne Zeit!
Die dritte Möglichkeit ist, dass jemand trollt. Das heißt, jemand versucht, dich mit Unsinn auf die Palme zu bringen oder deine Zeit zu verschwenden (oder eine Kombination). Dafür habe ich eine „Waschmaschine“, die wie folgt funktioniert:
Die erste Frage ist: „Wer ist Gott für dich?“ In vielen dieser Fälle kommt eine sehr wirre Antwort, bis hin zu völligen Unsinn. Dann weiß man schnell, ob die Person wirklich ein Christ ist (denn der weiß die Antwort) oder ob jemand trollt. Aber gut, wenn jemand sagt: „Gott hat die Welt erschaffen“, dann hat man eine richtige Antwort. Dann rieche ich allerdings auch den Braten, denn ein Christ wird eine andere Antwort geben. Die nächste Frage lautet dann:
„Wer ist Christus für dich in dieser Zeit mit diesen Problemen?“ Dann merkt man in 99% der Fälle schnell, ob es sich um einen „echten“ handelt oder nicht. Denn darauf hat ein Troll nicht nur keine Antwort, sondern ein tieferes Gespräch über Gott und Christus wollen sie auf keinen Fall führen, im Gegenteil. Sie wollen schnell „punkten“, eine Menge „Spaß“ haben, aber ein echtes Gespräch wollen sie nicht führen. Aber nehmen wir mal an, auch diese Antwort klingt vernünftig (Jesus ist mein Retter, aber sie sagen nichts weiter), dann kommt der nächste Schritt:
Wegen der Natur deines Gesprächs möchte ich, dass wir, bevor wir beginnen oder das Gespräch über dieses Thema fortsetzen, unseren Allmächtigen Gott(!) einladen, in das Gespräch zu kommen, indem wir ein Gebet sprechen. Kunntest du mit dem Gebet beginnen (in deinen eigenen Worten) und es mit dem heiligen „Amen“ beenden, wenn du fertig bist?
Und fast immer ist es sofort, ohne auch nur ein weiteres Wort zu hören, Klick. Und das Gespräch ist zu Ende.
Ein echter Christ möchte GERNE zu unserem heiligen Gott beten. Aber jemand, der die Sache ins Lächerliche zieht oder sogar die Stimme des Teufels ist, will GANZ WEIT von Gott entfernt bleiben, denn er weiß sehr gut, dass Gott sein „lustiges“ oder schlimmeres Verhalten verurteilt.
Und so hat auch in diesem Fall die Waschmaschine ihre Arbeit getan. Klick, und das Gespräch war vorbei, und die Person verließ selbst das Gespräch. Nichts falsch daran. Warum ich es nicht schlimm finde, wenn so eine Person geht? Dann gehen wir noch einmal zurück zu 2. Timotheus 2 und beginnen jetzt bei Vers 23 und gehen diesmal bis Vers 26:
Aber halte dich fern von törichten und unsinnigen Diskussionen. Denn die führen nur zu Streit. Ein Diener des Herrn soll nicht streiten, sondern zu allen freundlich sein. Er soll gut im Lehren des Glaubens sein. Er soll in der Lage sein, geduldig und freundlich mit Menschen umzugehen, die falsche Dinge tun und nicht tun wollen, was er sagt. Er soll ihnen ruhig erklären, wo sie im Unrecht sind. Denn Gott kann ihnen helfen zu erkennen, dass sie im Unrecht sind. Dann wird ihr Denken klar. Und sie können sich aus der Gewalt des Teufels befreien, der sie gefangen hielt, und anfangen zu leben, wie Gott es will. (2 Timotheus 2:23-26)
Die Waschmaschine. Ein schönes Mittel, um die Perlen herauszufiltern, in die man gerne seine Zeit für Gottes Ehre investieren möchte. Denn dieses eine Prozent, diese Gespräche, sind von ewigen Wert.

