Heilige Kühe
Das Sprichwort „heilige Kühe“ handelt von Überzeugungen oder Traditionen, die unantastbar erscheinen. Dinge, über die niemand Fragen stellt, weil sie so fest verankert sind, dass sie fast heilig wirken.
In unserer Arbeit als Missionare erhalten wir eine große Anzahl von Fragen, die solche „heiligen Kühe“ bis ins Fundament erschüttern.
- Tätowierungen
- FKK
- Dämonische Besessenheit
- Stimmen aus der Unterwelt
- usw. usw. usw. usw.
Manchmal gibt es Menschen, die vor allem provozieren wollen, aber die überwiegende Mehrheit der Fragen kommt aus aufrichtigem Wunsch zu wissen, was Gott sagt.
Sehr oft überraschen uns diese Fragen auch. Manchmal denkt man, selbst eine Antwort zu haben, aber sobald jemand wirklich nach Klarheit fragt, merkt man, dass es besser ist, erneut in die Bibel zu schauen. Dann verschieben wir das Gespräch und suchen gemeinsam mit der Bibel in der Hand nach einer verlässlichen Antwort.
Und dann geschieht oft etwas Besonderes bei der fragenden Person:
- Manchmal stellt sich heraus, dass jemand dachte, etwas sei verboten, während Gott überhaupt kein Problem damit hat.
- Manchmal bestätigt die Bibel den Zweifel, der schon da war.
- Und manchmal entdecken Menschen, dass etwas, von dem sie dachten, es sei in Ordnung, in Gottes Augen gar nicht gut ist.

In solchen Momenten fällt eine heilige Kuh. Eine Überzeugung, die unantastbar schien, stellt sich plötzlich als falsch heraus. Das kann unangenehm, fremd oder sogar schmerzhaft sein. Denn das, was man von klein auf in seiner Kultur gelernt hat oder immer angenommen hat, stellt sich als nicht wahr heraus.
Aber genau dort liegt Raum für Gottes Wahrheit. Es erfordert Offenheit von den Menschen, mit denen wir sprechen, aber genauso von uns selbst. Immer wieder lernen wir, dass Gott nicht der strenge Bösewicht ist, den manche denken, sondern ein Vater, der uns schützen will. Wenn Er etwas verbietet, hat Er einen Grund: nicht um uns einzuschränken, sondern um uns frei zu machen.
Und jedes Mal, wenn eine solche heilige Kuh fällt, atmen die Menschen sehr oft—bemerkenswert oft—erleichtert auf. Wo zuvor Enge war, ist nun Raum. Wo Angst war, entsteht Vertrauen. Und wo Gott wie der Bösewicht schien, sehen sie plötzlich einen liebevollen Gott.
Johannes 8,32 „Und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“
Welche heiligen Kühe trägst du vielleicht mit dir herum? Traust du dich, sie neben Gottes Wahrheit zu legen? Und wenn Seine Antwort anders ist, als du immer gedacht hast… wirst du dich entscheiden, an deiner Überzeugung festzuhalten, oder öffnest du dich für die Wahrheit, die wirklich frei macht?