Ist es Gott eigentlich wichtig, wenn wir Schmerzen haben?
Letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit jemandem, und der fing mit folgender Frage an:
Alle reden reden über Gott, aber ist es ihm wirklich wichtig, ob Menschen krank werden oder verletzt sind?
In einer Frage sieht man Traurigkeit, Schmerz, Verzweiflung, nenn es, wie du willst. Es ist nur ein Satz, den jemand stellt, aber manchmal treffen dich solche Fragen tief. Wie beantwortet man sowas?
Das Wichtigste zuerst ist herauszufinden, ob die Person Christ ist oder nicht. Wenn du das weißt, kannst du weiterfragen, wie gut die Person die Bibel kennt (oder eben nicht), denn sonst redest du schnell „Kauderwelsch“, das der andere nicht versteht. Davon hat keiner was. Das herauszufinden, mit wem du sprichst, kostet Zeit, und du bist auf die Geduld der anderen Person angewiesen, ob sie dir Einblick gibt, wer sie wirklich ist und was sie glaubt (oder nicht).
In diesem Fall gab es ziemlich viel Bibelwissen, aber ob die Person Christ war… das wusste ich nicht, das war eine knifflige Frage. Deshalb sind wir zurück zu den Grundlagen gegangen und haben dort angefangen, die Antwort aufzubauen. Wir haben also mit „Adam, Eva, Apfel, Schlange“ angefangen (wusstest du eigentlich, dass in der Bibel nirgends steht, dass es ein Apfel war?).
In dieser Geschichte von dem „Apfel“ sehen wir, dass wir Menschen uns entschieden haben, nicht auf Gott zu hören. Gott hatte uns in Genesis 2 Folgendes gesagt:
Gott sagte zu den Menschen: „Du darfst von allen Bäumen im Garten essen. Aber nicht von dem Baum, der dir zeigt, was gut und was böse ist. Wenn du von diesem Baum isst, wirst du sterben.“ (1. Mose 2,16-17 HOF)
Du siehst hier, was die Konsequenz des Essens von dem „Apfel“ ist: „Wenn du von diesem Baum isst, wirst du sterben.“ Klar.
Also kommen wir zur Frage, warum Adam und Eva nicht sofort tot umgefallen sind, als sie von dem „Apfel“ gegessen haben? Denn der Tod wäre die direkte Folge vom Essen dieses „Apfels“ gewesen. Aber trotzdem… ließ Gott sie leben? Du siehst hier schon, dass es Gott sehr wohl wichtig ist, wie es uns geht. Er hätte in dem Moment, wie Er klar gesagt hatte, den Stecker ziehen können, aber Er gab Adam, Eva, dir und mir trotzdem eine zweite Chance?! Ohne dass wir das verdient hätten… denn wir waren ganz klar ungehorsam gegenüber Ihm gewesen, kannten vorher die Konsequenzen und haben trotzdem „einfach so“ gemacht, was wir wollten. (Und nicht das, was Er, in Seiner Güte, für uns wollte: ein PERFEKTES Paradies.) Hier sieht man direkt, schon in Genesis 2, dass es Gott sehr wohl wichtig ist, wie es einem geht.
Aber… das bedeutet nicht, dass schlechtes Verhalten keine Konsequenzen hat. Das wäre doch auch merkwürdig, oder? Dann dürften wir Gottes wunderschöne Welt kaputtmachen, und würden einfach damit davonkommen? Nein, das wäre natürlich seltsam. Auch heute sehen wir Menschen, die die Welt zerstören, das Leben anderer Menschen zerstören, und wenn das keine Konsequenzen hätte… dann wäre ich damit nicht glücklich. Oder finden wir es okay, wenn Hitler, Pol Pot, Stalin mit ihrem teuflischen Verhalten davonkommen? Nein, oder?! Also bin ich froh, dass es sehr wohl (ewige) Konsequenzen für falsches Verhalten gibt. Obwohl wir sehen, dass Gott uns eine zweite Chance gegeben hat, die wir nicht verdient hatten, gibt es eben doch Konsequenzen für unsere eigenen Entscheidungen.
Aber lass uns mal mit den Konsequenzen für die „Schlange“ / den Teufel anfangen, der hinter diesem Ungehorsam steht. Kommt der einfach so davon? Nein, für den Teufel gibt es die größte Konsequenz, die man sich vorstellen kann. Der Tod wäre besser / einfacher für ihn gewesen, denn es wartet etwas VIEL Schlimmeres auf den Teufel:
Und der Teufel, der sie verführt hatte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo auch das Tier und der falsche Prophet sind; und sie werden Tag und Nacht gequält, von Ewigkeit zu Ewigkeit. (Offenbarung 20,10)
Wow… Ungehorsamkeit gegenüber Gott, Sünde, hat also nicht nur Konsequenzen für uns, sondern auch für den Teufel. Man sieht also auch, dass es „Abstufungen“ in der Strafe gibt. Denn was wir als Menschen als Strafe bekommen haben, ist von einer ganz anderen Art. Es bleibt Strafe, aber ewiges Feuer und Schwefel, wie der Teufel es bekommt, ist es eben nicht. Hier leben wir etwas über unsere Konsequenzen:
Gegen die Frau sagte er: „Von nun an wirst du viel mehr Probleme haben, wenn du schwanger bist. Und wenn deine Kinder geboren werden, wird das viel Schmerz verursachen. Du wirst dich immer nach deinem Mann sehnen, und er wird über dich herrschen.“
Gegen Adam sagte er: „Du hast auf deine Frau gehört und von dem verbotenen Baum gegessen. Weil du das getan hast, wird der Boden von nun an verflucht sein. Du wirst dein Leben lang hart arbeiten müssen, um Essen zu haben. Es werden Dornen und Disteln auf deinen Feldern wachsen, und du wirst wilde Pflanzen essen. Du wirst im Schweiße deines Angesichts Brot essen, bis du zu der Erde zurückkehrst, aus der du genommen bist. Du bist aus Staub gemacht, und zu Staub wirst du zurückkehren.“ (Genesis 3,16–19, HOF)
Und diese Konsequenzen, nennen wir sie der Einfachheit halber „Dorn und Distel“ … die spüren wir ganz deutlich. Menschen werden tatsächlich krank und verletzt. Das ist die Realität, und sie tut weh … weil wir selbst stur gewesen sind und nicht auf Gottes besten Plan gehört haben, sondern dachten, es besser zu wissen als Er … ups.
Und dann kommen wir eine Ebene tiefer zur Antwort. Am Ende dieses Abschnitts über unsere Konsequenzen steht:
Du bist aus Staub gemacht, und zu Staub wirst du zurückkehren.
Also, nach all dem Elend mit den „Dornen und Disteln“ werden wir wieder zu Staub (wir sterben und vergehen) – und das war’s dann? Ein Leben voller Leid und danach ist nichts mehr? Wenn das so wäre, dann ist die Frage, ob Gott es überhaupt interessiert, wirklich berechtigt. Dann würden wir geboren, um zu leiden, und das war’s. Nein. Denn hier kommt wieder(!) der Gott der Gnade ins Spiel … Er gibt uns (wieder!) eine neue Chance … Jemand muss den Preis bezahlen, den Gott mehr als deutlich angekündigt hat: „Wenn du von dem Baum isst, wirst du sterben.“ Wir haben es verdient, zu sterben, für immer. Und Gott ist SEHR klar: Dieses Sterben … das wird kommen …
Und da sehen wir, dass es Gott wirklich wichtig ist, wie es uns geht … denn dieses Sterben … das ewige Sterben … für immer den Preis für unser eigenes Fehlverhalten zahlen zu müssen … das müsste eigentlich eintreten. Aber weil Gott so sehr um uns sorgt … hat Er Christus, seinen Sohn, zur Erde gesandt, weg aus dem perfekten Himmel, in eine Welt voller „Dornen und Disteln“, um diese gewaltige Konsequenz für uns zu tragen, um diese Strafe für uns auf sich zu nehmen, indem Er gekreuzigt wurde, an ein Kreuz, mit einer Krone auf dem Kopf … gemacht aus eben diesen „Dornen und Disteln“.
Gott liebt dich so sehr, dass Er:
Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab (der am Kreuz starb, mit eben diesen „Dornen und Disteln“ wortwörtlich auf seinem Haupt), damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. (Johannes 3,16 – HOF)
Wenn wir glauben, dass Christus das getan hat, macht Gott uns für ewig frei von den „Dornen und Disteln“, die die Folge unseres eigenen schlechten Verhaltens sind. Dann erwartet uns nicht die Strafe, die wir verdient hätten, sondern eine Ewigkeit mit (unter anderem, denn dies ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt) folgenden Verheißungen:
Die alte Welt mit ihren „Dornen und Disteln“ wird weg sein:
Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer gab es nicht mehr. (Offenbarung 21,1)
Und sie werden nicht mehr hungern noch dürsten, und die Sonne wird nicht mehr auf sie scheinen, noch irgendeine Hitze. (Offenbarung 7,16)
So sehr liebt Gott dich. Sein eigener Sohn hat den Preis für dich getragen, und wenn du an Ihn glaubst, wartet das auf dich – für ewig. Wenn du das verstehst, verändert das auch deine Sicht auf den Schmerz, den du jetzt vielleicht fühlst. Der Schmerz ist echt, die Konsequenzen deiner Sünde sind echt, aber durch Seinen Sohn hat Gott daraus eine vorübergehende Konsequenz gemacht, die VIEL kleiner ist, als das, was wir eigentlich verdient hätten… Und dann können wir für immer in der neuen Welt, wo es keinen Hunger mehr gibt, zu Gott sagen:
Und sie riefen laut: „Wir sind gerettet durch unseren Gott, der auf dem Thron sitzt, und durch das Lamm!“ (Offenbarung 7,10)
Ich kann es kaum erwarten, das zu Gott zu sagen. Denn vielleicht, so wie du, werde auch ich müde, sehr müde von den Folgen meiner eigenen Sünde. Die „Dornen und Disteln“ tun wirklich weh.
Halte durch, nur noch ein bisschen, dann werden wir Ihn sehen und Ihm danken können für die neue Chance, die Er uns gegeben hat, indem Er Seinen Sohn für unsere Sünden sterben ließ…
So sehr liebt Gott dich… auch heute noch.
Und damit haben wir das Gespräch abgeschlossen und Gott gedankt für das, was Er für uns getan hat. Das ist Gnade.
Die Frage war beantwortet, es gab keine weiteren Fragen mehr, sondern Klarheit und Dankbarkeit statt Traurigkeit, Schmerz und Verzweiflung.


