Warum tat Jesus Wunder?
Häufig sehen wir, wie Menschen in einem Gebet um ein Wunder bitten. Krankheit, Wohlstand, Beziehungen, usw. Auch sehen wir Menschen, die nach Zeichen von Wundern suchen. „Oh, wenn ihr das tut, was ihr tut, seht ihr dann auch oft Wunder?“ Manche dieser Fragen geben mir ein unangenehmes Gefühl. Ja, es ist nichts falsch daran, Gott zu bitten, dir in Zeiten der Not zu helfen. Ja, Gott kann sicherlich Wunder tun, wenn er das zu seiner Ehre möchte, aber manchmal scheint es auch eine Art Sensationslust zu geben.
Lassen Sie uns einmal schauen, warum Jesus (ich denke, ein gutes Beispiel) Wunder tat. Ein deutliches Beispiel ist Johannes 10,37-38. Hier erklärt Jesus selbst, warum er Wunder tut. Zum Kontext: Die Juden wollten Jesus steinigen, weil sie nicht glaubten, dass er Gott ist. Jesus erklärt hier, warum er Wunder tut:
Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, glaubt mir nicht; aber wenn ich sie tue, glaubt an die Werke, wenn ihr mir nicht glaubt, damit ihr erkennen und wissen mögt, dass der Vater in mir ist und ich im Vater. (Johannes 10,37-38)
Jesus erklärt hier also, dass die Wunder zeigen, dass er im Vater ist und der Vater in ihm ist. Er stellt klar, dass das primäre Ziel der Wunder darin besteht, den Menschen zu zeigen, wer er ist, und sie zum Glauben zu führen. Sein primäre Ziel ist also nicht Sensation oder sogar Heilung. Ja, die Menschen waren sicherlich erstaunt über das, was er tat, es musste sicherlich sensationell gewesen sein, ja, es wurden Menschen geheilt, aber das war nicht sein primäre Ziel. Das primäre Ziel, das er selbst beschreibt, ist klar: „damit ihr erkennen und wissen mögt, dass der Vater in mir ist und ich im Vater.“
Es geht ihm also nicht um das Wunder selbst… Und beachten Sie, dass wir das immer wieder sehen:
Aber ich habe ein Zeugnis, das größer ist als das von Johannes; denn die Werke, die der Vater mir gegeben hat, sie zu vollbringen, die Werke, die ich tue, zeugen von mir, dass der Vater mich gesandt hat. (Johannes 5,36)
Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir; wenn nicht, glaubt doch um der Werke willen. (Johannes 14,11)
Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern, sondern die Werke Gottes sollten an ihm offenbart werden. (Johannes 9,3)
Siehst du den Trend? Jesus sagt hier immer wieder, dass seine Wunder bezeugen, dass er vom Vater gesandt wurde. Sie dienen also als Beweis für seine göttliche Mission, und all diese Wunder weisen auf den Vater hin. Diese Wunder sind also nicht das Ziel selbst, sondern haben ein größeres Ziel: Beweis zu erbringen, dass Jesus vom Vater, Gott, gesandt wurde, damit die Menschen an Christus, seine Rettung, glauben und zu Gott kommen. Das ist das primäre Ziel und nichts anderes…
Ja, aber in Lukas 4,18-19 steht doch auch:
Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen das Evangelium zu bringen. Er hat mich gesandt, den Gefangenen Befreiung zu predigen und den Blinden das Augenlicht, den Zerschlagenen in Freiheit zu entlassen, um das Jahr der Gnade des Herrn auszurufen. (Lukas 4,18-19)
Das bedeutet doch, dass Jesus selbst sagt, dass er gekommen ist, um „den Blinden das Augenlicht zu geben“. Steht da nicht, dass die Heilung das Ziel ist, oder?
Nun, nein. (Kontext, Leute, Kontext) Denn hier zitiert Jesus (buchstäblich!) einen Vers aus Jesaja 61,1. Und Jesaja 61 ist eine Prophezeiung. Es ist eine der messianischen Prophezeiungen im Alten Testament und wird oft als Ankündigung der Rolle und des Werkes des Messias verstanden. In diesem Kapitel spricht der Geist des Herrn durch den Propheten Jesaja und beschreibt einen Gesalbten, der den Armen gute Nachricht bringt, die Gebrochenen des Herzens heilt, Freiheit für die Gefangenen ankündigt und Gefangenschaft bricht. Wenn Christus also diesen Vers zitiert, bestätigt er, dass Jesaja 61 tatsächlich eine Prophezeiung über den Messias und seine Mission ist und dass Jesus derjenige ist, der diese Prophezeiung erfüllt. Auch hier ist das Wunder also nicht das primäre Ziel, sondern das Wunder hat wiederum die Rolle, zu beweisen, wer Christus ist, damit die Menschen an ihn glauben und zu Gott kommen.
Anders gesagt, Jesus hat also selbst gesagt, dass er diese Wunder tat, um:
- Seine göttliche Mission zu bestätigen.
- Zu zeigen, dass er eins mit dem Vater ist.
- Den Beweis zu erbringen, dass die Prophezeiungen über den Messias erfüllt sind.
- Gottes Herrlichkeit und Macht offen zu zeigen.
- Mit dem ultimativen Ziel: Menschen zum Glauben zu bringen. (Das ist das(!) Ziel, warum Jesus überhaupt in diese Welt kam.)
Also, sein primäre Ziel war nicht, Menschen gesund zu machen, nicht, um Sensationen zu erzeugen, sondern um Menschen zu Gott zu führen. Klar, oder?
Und nun zurück zum heutigen Tag… Warum bitten Menschen heute um Wunder? Damit durch diese Wunder Menschen zu Gott kommen, oder um selbst gesund zu werden, positive Gefühle zu bekommen, oder… sagen Sie es mir…
Christus selbst hatte übrigens eine klare Meinung über Menschen, die um ein Wunder baten… Auch die Schriftgelehrten und Pharisäer baten darum… und dann kam Jesus mit seiner mehr als klaren Antwort:
Da antworteten ihm einige der Schriftgelehrten und Pharisäer: Meister, wir möchten ein Zeichen von dir sehen. Aber er antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht verlangt ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden, außer dem Zeichen des Jona. (Matthäus 12,38-39)
Wow! Starkes Antwort!
Also jetzt die Frage für dich und mich heute: Warum bitten wir, oder denken wir, dass wir heute um ein Wunder bitten können? Ist das der richtige Grund, oder ging es doch heimlich um mich, um mein Wohl, vielleicht sogar um Sensation, und nicht um Gott selbst? Alles, was Jesus tat, wies auf den Vater hin, das war sein primäre Ziel. Was ist dein primäre Ziel? Pass auf, dass du nicht unter die Kategorie „böses und ehebrecherisches Geschlecht, das ein Zeichen verlangt“ fällst…
Etwas, über das man nachdenken sollte…

