Zurück aus dem Missionseinsatz mit gebrochenem Herzen: Überleben nach der Desillusionierung
Du bist mit einem brennenden Herzen aufgebrochen, voller Hingabe und mit einer klaren Berufung für das Missionsfeld. Aber du bist mit einem Koffer voller Scherben zurückgekehrt. Vielleicht bist du nicht mit Geschichten über Erweckung zurückgekommen, sondern mit tiefen Wunden durch Ungerechtigkeit, durch Verrat von Menschen, denen du vertraut hast, oder durch eine Organisation, die dich fallen ließ, als du sie am dringendsten brauchtest.
Die Realität auf dem Missionsfeld erwies sich als rauer, als die Prospekte es versprachen. Und nun bist du zurück, aber das Feuer ist erloschen. Mehr noch, vielleicht fühlt sich Gott selbst jetzt wie ein Fremder an. Denn wo war Er, als es schiefging? Warum ließ Er zu, dass die Menschen, die Seinen Namen trugen, dich so verletzten?
Es ist eine schreckliche Realität: Manche Missionare kehren der Gemeinde oder sogar Gott nach ihrer Rückkehr den Rücken. Nicht, weil sie nicht mehr glauben wollen, sondern weil der Schmerz der Desillusionierung einfach zu groß ist. Die Enttäuschung über Menschen ist in eine tiefe Enttäuschung über Gott übergegangen.
Wir schreiben dies nicht von der Seitenlinie aus. Wir haben es selbst erlebt. Wir kennen das Schweigen Gottes, das sich wie eine Mauer anfühlt, die Fassungslosigkeit über Ungerechtigkeit und den einsamen Weg der Rückkehr, auf dem niemand wirklich zu verstehen scheint, was du durchgemacht hast. Wir wissen, wie es ist, wenn dein Koffer nicht mit Erfolgsgeschichten gefüllt ist, sondern mit Fragen, auf die es keine Antwort zu geben scheint.
Vielleicht sind deshalb die folgenden Bibelverse gerade jetzt für dich erkennbar?
„Geliebte, lasst euch durch die Feuersglut unter euch, die euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes, sondern freut euch, insoweit ihr Anteile an den Leiden des Christus habt…“ (1. Petrus 4,12-13)
„Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden um meinetwillen.“ (Matthäus 5,10-12)
„Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden.“ (2. Timotheus 3,12)
Diese Texte klingen ermutigend, wenn du voller Feuer bist, aber sie können sich sehr(!) rau und hart anfühlen, wenn du mitten in den Scherben sitzt. Dennoch erinnern sie uns daran, dass Widerstand, auch von innen heraus, kein Zeichen dafür ist, dass Gott dich verlassen hat oder dass deine Berufung eine Lüge war. Es ist ein Teil einer zerbrochenen Welt, in der sogar Jesus von denjenigen verraten wurde, die Ihm am nächsten standen.
Du brauchst eine dicke Haut, um zu überleben, aber sobald du zu Hause bist, darf diese Haut abfallen. Die Wunden darunter brauchen Luft, um heilen zu können. Standhaftigkeit bewahrst du gerade dadurch, dass du den Schmerz nicht wegdrängst, sondern ans Licht bringst. Wie Paulus uns in Römer 8,35 erinnert: „Wer wird uns trennen von der Liebe des Christus? Drangsal oder Angst oder Verfolgung…?“ Nichts kann das, nicht einmal deine jetzige Desillusionierung.
Möchtest du darüber sprechen? In aller Freiheit, ohne Urteil und in völliger Sicherheit? Wir bieten dir einen Raum, um deine Geschichte zu erzählen, deinem Ärger Ausdruck zu verleihen und gemeinsam auf die Scherben zu schauen. Alles in sich hineinzufressen funktioniert nicht; darüber zu sprechen hilft, wieder Raum für den Frieden Gottes zu finden.
Nimm gerne Kontakt mit uns auf für ein vertrauliches Gespräch. Du musst das nicht alleine verarbeiten.