Panik – alles wird gestrichen.

Weit weg von Freunden und Familie zu leben, hat seine Nachteile. Besonders dann, wenn „schlechte Nachrichten“ aus der Heimat kommen. Mal eben „schnell“ hin und zurück zu reisen, ist dann oft keine Option. Selbst eine kurze Reise kostet schnell drei Tage: Tag eins für die Anreise, Tag zwei für die Termine, Tag drei für die Rückfahrt. Und das funktioniert nur, wenn es genau in den eigenen Zeitplan passt. Alles, was man hier geplant hatte, muss dann „mal eben“ weichen.

Das Schwierige ist, dass solche Reisen immer unerwartet kommen. Man wartet nicht darauf, denn die Nachrichten sind belastend, und trotzdem muss man plötzlich die eigenen Emotionen zur Seite schieben. Man muss telefonieren, Termine absagen, Übernachtungsmöglichkeiten in den Niederlanden organisieren … alles in einem rasanten Tempo. Während im Hintergrund die Uhr gnadenlos weiterläuft, denn eigentlich müsste man JETZT schon auf der Autobahn sein.

Es fühlt sich an, als würde man von allen Seiten weggerissen: von der eigenen (Missions-)Arbeit, vom eigenen Rhythmus, von den Freunden hier – und gleichzeitig vom eigenen Herzen, das noch nicht bereit ist, die Distanz zwischen Nachricht und Handlung zu überbrücken.