Neues Projekt: Aufatmen
Letztes Jahr haben wir bereits kurz von einem neuen Projekt berichtet, an dem wir arbeiten. Jetzt möchten wir mehr Informationen teilen und brauchen eure Unterstützung!
Vor etwa einem Jahr erhielten wir über die Website eine E-Mail von einer Frau (C) aus Deutschland, die recherchierte, welche Retreats es eigentlich für Frauen gibt, die im Missionsdienst tätig sind. Auf ihrer Suche stieß sie auf unsere Website und war neugierig, was wir alles tun. Es überraschte sie, wie wenig Informationen online zu diesem Thema zu finden sind.
Was dieses Projekt so wichtig macht, ist, dass Frauen im Missionskontext oft mit Erwartungen oder Umständen konfrontiert werden, die nicht vollständig zu ihnen passen. Dies betrifft sowohl Frauen, die selbst Missionarinnen sind, als auch Frauen von Missionaren.
So kann es zum Beispiel vorkommen, dass ein Mann zum Missionsdienst berufen ist, seine Frau jedoch nicht, von ihr aber trotzdem erwartet wird, dass sie automatisch Aufgaben übernimmt, die eigentlich ihm zustehen, wie z. B. die Leitung von Frauen- oder Kindergruppen, Mentoring oder verschiedene organisatorische Aufgaben im Team.

Das Problem dabei ist, dass diese Aufgaben oft nicht zu ihrer eigenen Berufung oder ihren Gaben passen. Es passiert gleichzeitig vieles: Sie tut Dinge, zu denen sie nicht berufen ist, was zu innerer Anspannung, Frustration oder Müdigkeit führen kann. Dadurch bleibt weniger Zeit und Energie für Aufgaben und Verantwortungen, die tatsächlich zu ihrer Berufung gehören, wie Familie, persönliche Projekte, Gebet oder Jüngerschaft. Ihr Selbstwertgefühl kann unter Druck geraten, da Erfolg bei einer Aufgabe, die nicht zu ihr passt, oft schwerfällt, während andere implizit erwarten, dass sie es gut macht. Es entsteht eine ständige Spannung zwischen dem, was sie tun muss, und dem, was sie tun möchte, sodass sie sich nie vollständig aufladen kann.
Es gibt auch eine subtilere Herausforderung. Manchmal ist eine Frau tatsächlich zu einer bestimmten Arbeit oder einem Projekt berufen, kann diese jedoch aufgrund kultureller oder organisatorischer Umstände nicht eigenständig ausführen. In einigen Kulturen wird von Frauen erwartet, dass sie ihre Arbeit immer über oder zusammen mit ihrem Mann erledigen. Das kann bedeuten, dass eine Frau mit klarer Berufung, z. B. in Bildung, Mentoring oder Leitung, ihre Berufung nur mühsam oder indirekt erfüllen kann. Dadurch gehen Zeit, Energie und Wirkung verloren, und sie fühlt sich in ihrem Dienst eingeschränkt.
Frauen im Missionskontext stehen zudem vor weiteren frauenspezifischen Herausforderungen. Sie navigieren in Kulturen, in denen Frauen weniger Autorität oder Freiheit haben, begegnen anderen Normen in Bezug auf Körper, Sicherheit, Fruchtbarkeit oder Lebensphase und tragen oft die ständigen Fürsorgeerwartungen, die auf ihnen lasten. All diese Faktoren zusammen erschweren es, Raum für die eigene Berufung und persönliche Entwicklung zu finden.
So kamen wir mit C ins Gespräch, trafen uns und führten mehrere vertiefende Gespräche. Sie hatte den Traum, ein Retreat für Frauen im Missionsdienst zu organisieren, sowohl für weibliche Missionarinnen als auch für Missionarsfrauen. Ohne Ehemänner, ohne Kinder. Einfach die Frauen einladen, ein Wochenende lang durchzuatmen, innezuhalten und sich von Gott neu füllen zu lassen. Es wird ein Ort sein, an dem sie sie selbst sein und ihre eigene Berufung erkunden können, losgelöst von äußeren Erwartungen und kulturellen Barrieren.
Im letzten Jahr bin ich (E) diesen Weg mit C gegangen, und das erste Wochenende ist nun für Ende Mai geplant.
Es wurde eine Website erstellt, auf der weitere Informationen zu finden sind und auf der man sich anmelden kann. Auch wir sind als Mitarbeitende aufgeführt.
Derzeit sind wir dabei, den Inhalt des Wochenendes zu gestalten. Die Stiftung Emmy wurde gebeten, die Freiwilligen zu schulen und auf ihre Arbeit mit dieser speziellen Zielgruppe vorzubereiten.
Kennen Sie noch deutschsprachige Frauen, die als Missionarinnen arbeiten oder die Frau eines Missionars sind? Leiten Sie sie bitte an die Website von Aufatmen weiter.
Die Kosten für eine Teilnehmerin betragen 500 €, unsere Kosten sind darin noch nicht enthalten. Möchten Sie uns und/oder eine Teilnehmerin finanziell unterstützen? Klicken Sie hier, um eine Spende mit dem Verwendungszweck “Uitademen” zu tätigen. Herzlichen Dank im Voraus!