Gruppe oder Team?

Vor ein paar Tagen waren wir zu Besuch bei „De Voorhof“. Eine kleine, bibeltreue Gemeinde in Apeldoorn. Vor dem Gottesdienst (in dem wir eine kleine Präsentation über Gottes Wirken in Schwerin halten durften) sprach ich kurz mit dem Pastor und fragte ihn aus Neugier, wie viel Zeit er mit den Vorbereitungen verbracht hatte. Die Antwort lag irgendwo zwischen 10 und 14 Stunden. (Die Predigt dauerte etwa 20 Minuten.) Das ist doch ganz schön viel Zeit, oder? Nun… nein… nicht, wenn man genau überlegt, warum etwas so viel Zeit kostet.

Der Grund für diese Stundenanzahl lag vor allem in den vielen Absprachen darüber, wie und warum der Gottesdienst gestaltet wurde. Wenn die Predigt über A geht, dann müssen die Lieder auch über A gehen, und der Kindergottesdienst auch über A, das Gebet ebenfalls über A. Dann ist es ein Gottesdienst, der ein Ganzes ist, kein loses Durcheinander, bei dem „jeder macht, was er will“, sondern ein guter, zusammenhängender Gottesdienst zur Ehre Gottes, mit dem Thema „Zeugnis geben“ in diesem Fall.

Jesaja 43,11-12: „Ich, ich bin der HERR, und außer mir gibt es keinen Heiland.
Ich habe verkündigt und erlöst, und ich habe es hören lassen, und es war kein fremder Gott unter euch. Ihr seid meine Zeugen, spricht der HERR, dass ich Gott bin.“

Und der Gottesdienst? Die Lieder, der Kindergottesdienst, wirklich alles drehte sich um dieses eine Thema: „Zeugnis“. Jeder, der an diesem Gottesdienst beteiligt war, arbeitete als ein Team, mit einem Ziel: Gottes Wort rund um das Thema „Zeugnis“ zu bringen. Herrlich, wir wurden sehr froh, ermutigt, aber auch traurig… Traurig? Warum denn das?

Nun… wir sehen viele „Spieler“ auf dem „Spielfeld“ Kirche oder Mission. Und in diesem Gottesdienst zur Ehre Gottes war ganz klar, dass es ein echtes Team war… und eigentlich sollte das doch ganz normal sein? Aber leider… was wir am Sonntag erleben durften, ist leider nicht so normal, wie es sein sollte. Denn seien wir mal ganz, ganz ehrlich… wie oft erleben wir nicht Folgendes:

Ein Gottesdienst oder eine Evangelisationsaktion mit Thema X, aber Lieder über Thema Y… die gar nichts miteinander zu tun haben. Aber die Lieder klingen schön… und der Gitarrist hatte mit seinem tollen Solo auch seinen Spaß… Der Kindergottesdienst behandelt dann wieder Thema Z und die Kollekte ist dann wieder über Thema A…

An sich sind all diese Themen, X, Y, Z und A, sicher(!) wert, sich damit zu beschäftigen… aber effektiv als Zeugnis? Das erinnert mich an den Unterschied zwischen einer Gruppe von Menschen und einem Team. Beide haben vielleicht gleich viele Leute an einem Ort. Aber trotzdem… wenn wir wirklich zusammen als ein Team (und nicht nur als eine Gruppe) arbeiten… wird die Botschaft, die Gute Nachricht zu erzählen, unser Zeugnis zur Ehre Gottes, so viel stärker, so viel stabiler, so viel wirkungsvoller! Und wenn dann Rückschläge kommen, steht man auch als Team zusammen, man geht gemeinsam dafür, und ist füreinander da. Stabil, sicher, auf gutem, festem Grund.

Vielleicht mal zum Nachdenken, wenn du aktiv bist in deiner Kirche, Gemeinde oder Organisation: Sind wir wirklich ein Team, oder sind wir eigentlich nur eine Gruppe von Menschen? Es ist WUNDERSCHÖN zu sehen, dass ein Team so zur Ehre Gottes zusammenarbeiten kann… das sollte uns alle neidisch machen… und es sollte doch normal sein, oder…?

Prediger 4,9-12 Zwei sind besser als einer; denn sie haben guten Lohn für ihre Mühe. Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gefährte auf. Weh aber dem, der allein ist, wenn er fällt und kein zweiter da ist, um ihn aufzurichten! Auch wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich; wie kann aber einer warm werden, wenn er allein ist? Wenn jemand den einen überwältigt, so wehren ihm zwei. Und ein dreifaches Seil reißt nicht so bald entzwei.

Futter für diese Woche zum Nachdenken: der Unterschied zwischen einem Team für Gott und einer Gruppe von Menschen, die einfach etwas machen?