Glaub kein Wort von dem, was ich dir erzähle.

So, das ist mal ein knackiger Gesprächseinstieg: ‚Glaub kein Wort von dem, was ich dir erzähle‘ … aber … der Satz geht ja noch weiter:

Glaub kein Wort von dem, was ich dir erzähle, glaub auch keinem Wort, das dir ein anderer erzählt – sondern prüfe alles mit Gottes Wort als deinem Schwert.

Ah, jetzt wird’s spannend. Warum sollte man überhaupt so etwas in einem Gespräch sagen? Das klingt doch seltsam, oder? Mein kurzer Antwort darauf ist: Ich bin auch nur ein Mensch – und ich kann Fehler machen. Also tu mir bitte den Gefallen und prüfe alles, was ich sage, damit wir gemeinsam sicher sein können, dass es wirklich das ist, was Gott sagen will.

Die längere (und vollständige) Antwort geht noch einen Schritt weiter … denn schau dir mal diese Bibelverse an:

Prüft aber alles und das Gute behaltet. Meidet das Böse in jeder Gestalt. (1 Thessalonicher 5:21-22)

Die Gewissheit, dass euch Jesus Christus gerettet hat, ist euer Helm, der euch schützt. Und nehmt das Wort Gottes. Es ist das Schwert, das euch sein Geist gibt. (Epheser 6:17)

Es ist also nicht nur meine Meinung, dass du alles prüfen solltest – es steht wortwörtlich in der Bibel, dass man alles untersuchen soll. Das gilt also auch für das, was ich dir erzähle … oder dein Pastor … oder der Bürgermeister … oder ein Politiker … einfach alles.

Jetzt könntest du vielleicht denken: „Ach, ich weiß das alles schon, ich habe eine gute Verbindung mit dem Heiligen Geist, der wird mich schon rechtzeitig warnen.“ Tja … hier kommt ein Denkanstoß:

Wenn es jemanden gibt, der eine PERFEKTE Verbindung zu Gott hatte, dann ist das doch Jesus selbst, oder? Der hatte eine direkte Leitung – ganz ohne Störungen. Aber jetzt kommt’s, denn schau mal, was über Jesus gesagt wird:

Endlich am dritten Tag entdeckten sie ihn im Tempel. Er saß mitten unter den Gesetzeslehrern, hörte ihnen zu und diskutierte mit ihnen. (Lukas 2:46)

Was? Moment mal… das ist Jesus? Genau. Er lernte im Tempel von den Lehrern und befragte auch diese Lehrer. Und noch einen Schritt weiter:

16 Und er kam nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge und stand auf, um zu lesen. 17 Da wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und als er das Buch auftat, fand er die Stelle, wo geschrieben steht: 18 Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit 19 und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn 20 Und als er das Buch zutat, gab er’s dem Diener und setzte sich. Und aller Augen in der Synagoge sahen auf ihn. 21 Und er fing an, zu ihnen zu reden: Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren. (Lukas 4)

Aus diesem Abschnitt können wir einige Dinge lernen:

Jesus zitiert aus Jesaja. Jesaja ist eines der längsten Bücher in der Bibel und sicherlich nicht das einfachste. Zur Zeit von Jesus gab es keine Kapitel oder Verse in der Tora; die Bibel, die wir heute haben, ist bequem in Verse und Kapitel unterteilt, aber diese Bequemlichkeit gab es damals noch nicht. Um daraus predigen zu können, musste man wirklich gut wissen, wo bestimmte Schriftstellen zu finden waren. Dass Jesus das so tat, zeigt eindeutig eine große Vertrautheit, und er muss das daher wirklich ernsthaft studiert haben.

Auch interessant: Damals war es kein Buch, sondern eine Rolle, die man mit einer Hand hielt. Um dann schnell oder überhaupt etwas finden zu können, musste man wirklich mit dem Material vertraut sein. Diese Rolle war etwa 25 Meter lang, vollständig ausgerollt.

Und zuletzt: Jesus hätte sagen können: “Das ist, was ich denke, finde oder fühle, und glaubt mir einfach.” Aber nein. Jesus benutzt immer wieder Gottes Wort, die Bibel. An vielen Stellen steht, dass er das immer wieder tat.

Wenn Jesus das tat… dann sollten wir das auch unbedingt tun. Jedes Mal.

Und ja, auf diese Weise vermeidest du es, falsche Dinge zu lernen (weil Menschen Fehler machen), aber du schützt dich auch vor folgendem:

Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch in Schafskleidern, im Inneren aber sind sie reißende Wölfe. (Matthäus 7:15)

Also tu dir selbst einen großen Gefallen und glaube kein Wort von dem, was ich dir sage. Untersuche alles, mit Gottes Wort in deiner Hand. Genau wie Jesus es auch getan hat.

Das Tolle ist, dass wenn du das zu jemandem sagst, sie sofort aufmerksam werden und ein ganz offenes Gespräch entstehen kann, mit viel Raum. Göttlichem Raum.