Geduld oder Vertrauen?

Ich hatte vor einiger Zeit ein Gespräch mit einer Frau, die folgende Frage hatte:

Ich möchte heiraten und Kinder bekommen, aber ich habe das Gefühl, dass Gott zu lange wartet.

Tja… was sagt man da? Was sie selbst anmerkte, war, dass alle Leute in der Kirche ihr sagten, sie solle Geduld haben, und das half ihr nicht. Im Gegenteil. Sie wurde nur wütend. Sie konnte NICHTS mit diesem “Hab Geduld” anfangen. Und ehrlich gesagt… ich verstehe das gut.

Denn seien wir mal ehrlich, wenn ich ihr auch sagen würde „Hab Geduld“, dann würde ich damit auch sagen: „Du wirst in der Zukunft sicherlich heiraten und Kinder bekommen, wenn du nur Geduld hast.“ Und das ist falsch, denn ich weiß es nicht. Es könnte gut sein, dass das nicht passiert. Und dann sitzt du da mit deinen falschen Versprechungen und dem „Geduld“. Also, was sagt man da? Was, wenn sie niemals heiratet und keine Kinder bekommt? Was dann?

Es geht darum, dass es NICHT um das Geduld haben geht, um zu heiraten und Kinder zu bekommen, sondern darum, Vertrauen zu haben, dass Gott das Beste für dich will, zu seiner Ehre. (Und nicht unbedingt für deinen Mangel, dein Vergnügen, deine Wünsche, etc.) Wenn du dieses Vertrauen in Gott hast, dann sind alle anderen Fragen ein „Detail“. Und ja, wir verstehen, dass das sehr (!!) kompliziert ist, aber seien wir ehrlich… ist „Hab Geduld“ oder „Es wird gut“ eine ehrliche Antwort? Es ist eine einfache Antwort, weil du so schnell die Frage los bist… aber es hilft nicht.

Hättest du als „Antwortgeber“ einer solchen Frage den Mut, die Frage wirklich zu durchdringen?

Ja, das kostet Zeit, aber es führt zu einem echten Gespräch, anstatt zu einem „Ablenken“…