Du lügst …
Vor einiger Zeit erzählte eine ehemalige Missionarin in einer Gesprächsgruppe ihre Geschichte. Sie berichtete davon, wie es ihr ergangen war und was sie auf dem Missionsfeld erlebt hatte. Ihre Erfahrungen waren alles andere als positiv. Es war eine bewegende Geschichte, die andere warnen sollte. Missionsarbeit ist nicht immer schön, inspirierend oder abenteuerlich. Manchmal ist sie vielmehr schwer, einsam und verletzend. Deshalb muss man sehr genau wissen, worauf man sich einlässt, bevor man diesen Schritt geht.
Die Reaktion einer Anwesenden, die selbst keine Missionarin war, war schmerzhaft und erschütternd:
„Du solltest nicht so negativ sein. Ich höre von meiner Schwester, die in der Missionsarbeit tätig ist, und aus den Rundbriefen anderer, dass Missionsarbeit eigentlich sehr schön ist. Hör doch bitte auf, so negativ zu sein.“
Die ehemalige Missionarin ging weinend weg. Das Unverständnis traf sie hart.
Du erzählst deine persönliche Geschichte – verletzlich und ehrlich – und bekommst dann eine solche Reaktion zurück.
Für sie bestätigte dies erneut, wie wenig Verständnis es in christlichen Kreisen oft für die Realität der Missionsarbeit gibt. Ihrer Meinung nach hält sich der schöne Schein noch immer. Probleme werden lieber ignoriert, als ihnen ins Auge zu sehen. Man steckt noch immer den Kopf in den Sand. Dadurch wurde die Distanz zwischen ihr und ihren Mitchristen nur noch größer.
Wir benötigten Wochen und viel Arbeit, um ihr zumindest ein wenig wieder auf die Beine zu helfen.