Der Student und Gerechtigkeit…
Ich habe heute mit einem Studenten über seine Ausbildung gesprochen und wie es damit läuft. Er sagte, dass es ziemlich enttäuschend war, sehr viel Hausaufgaben und alles musste auf eine bestimmte Weise eingereicht werden (sehr spezifisch) und zum richtigen Zeitpunkt. Wenn das nicht stimmte, wurde es nicht bearbeitet und als ‘nicht abgegeben’ bezeichnet.
Es war eine Art Feuer in seiner Antwort, also fragte ich ihn, was eigentlich das Problem war. War es das Studium selbst oder etwas anderes?
Und die Antwort war folgende:

Ich muss mich sehr genau an die Regeln halten, und wenn ich das nicht tue, hat das enorme Konsequenzen. Aber die Schule hat auch Regeln. Wenn ich es pünktlich abgeben, müssen sie mir innerhalb von 7 Tagen eine Note und Rückmeldung geben. Die brauche ich, um weiterzumachen.
Aber das passiert fast nie. Ich muss alle Fristen einhalten, aber sie nicht. Meistens hören wir nichts von ihnen, und wenn wir dann nachfragen, werden wir böse angeschaut, weil sie so beschäftigt sind. Das gilt auch für das Format, in dem sie mir die Informationen liefern müssen, mit denen ich lernen soll. Das ist wirklich ein Chaos. Es gibt überhaupt kein Standardformat, obwohl das so vereinbart wurde, und ich es brauche, um gut lernen zu können. Für mich gibt es Regeln und Konsequenzen, für sie gibt es auch Regeln, aber niemand hält sich daran. Das finde ich nicht fair.
Das brachte mich zum Nachdenken. Diese Regeln sind nicht umsonst. Sowohl für den Schüler als auch für den Lehrer. Wenn der eine sich an etwas halten muss und es nicht geschieht… ist das nicht gerecht?
Viele Menschen rufen zu Gott, dass er etwas für sie tun soll. Denn die Bibel sagt doch „xyz“. (Und meist wird ein Bibelvers aus dem Kontext gerissen, aber das ist ein anderes Thema.)
Wenn ich sie dann frage, ob sie sich an die klaren Vereinbarungen halten, die Gott aufgestellt hat, um uns vor uns selbst und anderen Übeln zu schützen, wird es still… denn daran halten wir uns nicht. Heute Gott dienen? Nein, heute nicht nötig. Viel zu beschäftigt. (5. Mose 6:5) Ein kleines Lügen für das eigene Wohl? Das muss doch gehen, oder? (2. Mose 20:16), und so weiter, und so weiter…
Wir sind nicht für Gott da, wir rufen ihn oft nur an, wenn es uns schlecht geht, aber tun wir auch, was er von uns verlangt? Oder muss Gott etwa so eine Art Zauberfee sein, die immer für dich da ist, aber du nicht für ihn, und du dich nicht an seine Regeln hältst? Wie gerecht wird Gott dein Verhalten finden? Etwas, worüber man nachdenken sollte…