Das siebte Gebot…
In 2. Mose 20 stehen die 10 Gebote, die die meisten Menschen wohl kennen. Und beim siebten Gebot fällt etwas auf…
Ihr sollt den Namen des HERRN, eures Gottes, nicht missbrauchen, denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. (2. Mose 20,7)
Was bedeutet dieser Vers eigentlich? Darf man nicht fluchen? Das haben sie mir zumindest in der ‚Sonntagschule‘ beigebracht. Na ja… ja und nein… denn diese Antwort ist WEIT davon entfernt, vollständig zu sein… Was ist mit folgendem Szenario:
Du triffst jemanden, dem es nicht gut geht. Du weißt, dass diese Person wirklich Hilfe gebrauchen könnte, und deine Antwort auf seine Situation ist folgende:
Ich werde Gott im Gebet bitten, dir in dieser schwierigen Zeit zu helfen, Bruder.
Und stell dir vor… danach machst du nichts. Du hilfst ihm nicht wirklich, gibst ihm kein Brot, keine paar Euros auf sein Konto, nein… wenn du ganz ehrlich bist… betest du auch nicht für ihn. Du hast es gesagt, aber in Wirklichkeit tust du nichts. Oops… Kommt dir das bekannt vor? ‚Ich bete für dich zu Gott.‘ Nicht nur bist du jetzt DAS Beispiel für den folgenden Text:
„Wenn ein Bruder oder eine Schwester nackt ist und Mangel an täglicher Nahrung hat, und einer von euch sagt zu ihnen: ‚Geht in Frieden, werdet warm und satt‘, aber ihr gebt ihnen nicht, was für den Körper notwendig ist, was nützt das?“ (Jakobus 2,15-16)
Aber auch hast du jetzt Gottes Namen ENORM missbraucht. Du hast Gott ins Gespräch geworfen, ohne auch nur etwas zu tun. Denn das Gebet, das du gesagt hast zu tun… hast du nicht gemacht. Was denkst du, was Gott davon hält, dass du Seinen Namen für diesen Satz benutzt hast? Ehrlich gesagt bekommen wir oft Gänsehaut, wenn uns jemand schnell sagt: ‚Wir beten für euch!‘ Wenn sie es wirklich tun: SUPER! Darüber freuen wir uns sehr. Aber wir hoffen, dass sie es auch wirklich tun… denn sonst haben sie gerade Gottes Namen missbraucht… Oops…
Anderes Beispiel?
Gott hat mir gesagt, dass du X, Y oder Z tun musst.
Gott hat mir gesagt, dass X, Y oder Z passieren wird.
Ach ja? Bist du DIR SICHER, dass Gott dir das wirklich gesagt hat? Bist du wirklich sicher?
„Da sprach der HERR zu mir: ‚Die Propheten prophezeien Lügen in meinem Namen; ich habe sie nicht gesandt, noch zu ihnen gesprochen, sie prophezeien euch eine falsche Vision, Wahrsagerei, Lüge und Betrug, ihr eigenes Herz hat es ihnen offenbart.‘“ (Jeremia 14,14)
Auch das ist ein Beispiel für das missbrauchen von Gottes Namen. Sie missbrauchen Gott, seinen Namen und die Stimme, die sie angeblich hören… war NICHT die Stimme Gottes, sondern ‚ihr eigenes Herz‘. Oops… Und ja… was Jeremia damals gesagt hat, gilt auch heute noch.
Letztes Beispiel? Ein ganz spannendes:
Wir sind eine Missionsorganisation, die das Evangelium den Menschen verkündet, und könnten eure Hilfe gebrauchen. (Lest: Geld)
Klingt gut, oder? Bis du dir ansiehst, was sie wirklich tun.
„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man auch Trauben von Dornen oder Feigen von Disteln?“ (Matthäus 7,16)
„Und wenn du dann auf diese ‚Früchte‘ schaust, siehst du, dass sie nichts mehr mit Mission zu tun haben. Nichts. Ja, sie haben wunderbare(!) humanitäre Ziele, aber Mission, wie sie sehr klar in Matthäus 28,19-20 steht:“
„Geht nun hin, macht alle Völker zu Jüngern, taufet sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes; und lehret sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe; und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt. Amen.“ (Matthäus 28,19-20)
Das tun sie nicht. Keine Lehre mehr darüber, wer Gott ist… nichts. Das Wort ‚Gott‘ kommt nur noch in der Broschüre vor, aber auf der Straße teilen sie nicht sein Evangelium. Kein Wort. Ja, nur wenn es zufällig einmal zur Sprache kommt, aber aktiv tun, was in Matthäus 28,19-20 steht? Nein… sie sind nur noch humanitär gut(!) beschäftigt. Nichts gegen gutes humanitäres Werk, aber nicht alle humanitären Ziele sind Missionsziele… Nicht nur wird Gottes Name so missbraucht, sondern auch die Sponsoren werden hinters Licht geführt… denn von der Verbreitung des Evangeliums war in der Praxis keine Rede mehr.
Und wenn du ein wenig weiter nachdenkst, kannst du jetzt selbst noch viele weitere Beispiele finden, wo Gottes Name für ein menschliches und nicht göttliches Ziel missbraucht wird. Im Namen Gottes wird viel erzählt, gelogen, erfunden und wir stopfen das Wort ‚Gott‘ rein, und dann klingt es ganz geistlich… Oops… Das siebte Gebot…? Das geht viel weiter als ‚du darfst nicht fluchen‘… VIEL, VIEL weiter… und Gott? Wow…
„Missbraucht meinen Namen nicht. Wer meinen Namen missbraucht, ist schuldig. Ich werde ihn bestrafen.“ (2. Mose 20,7)