1%…. peinlich….

Eines von Martins großen Hobbys sind (Modell-)Züge. Wenn wir auf Reisen sind und einen Zug sehen, müssen wir dorthin. Gibt es etwas mit (Modell-)Eisenbahnen in der Stadt? Kein Halten mehr, da muss(!) er hin.

Wenn Hilfe für eine (Modell-)Eisenbahnveranstaltung gesucht wird, meldet er sich an. Auch wenn keine Hilfe angefragt wird, meldet er sich an, denn schließlich … ‘alles für das Hobby!’

Kommt jemand zu uns nach Hause? Da gibt es kein Entkommen, überall und nirgends stehen die Modelle, die Bücher, die Fotos. Ob der Besuch es will oder nicht, die (Modell-)Eisenbahn ‘Propaganda’ ist überall präsent.

Die Modellbahn-Messen, die er besucht, sind meist auch sehr voll. Überfüllte Menschen, überfüllt! Jeder, der etwas mit dem Thema Züge zu tun hat, schafft Platz in seinen Terminen, reist manchmal durch das ganze Land, um dorthin zu kommen (es ist auch keine Ausnahme, aus dem Ausland dorthin zu reisen); alles wird für diese Leidenschaft beiseitegeschoben.

Vor einiger Zeit gab es ein Treffen zur Entwicklungs-, Hilfs- und Missionsarbeit in einer Kirche, die wir manchmal besuchen. Dort konnte man mehr über dieses Thema lernen; es gab Literatur, Menschen waren bereit, dir mehr darüber zu erzählen, und es gab Zeit für Gespräche, Zeit für Gebet. In dieser Kirche sitzen an einem Sonntag etwa 100 Menschen. Es war lange im Voraus angekündigt, Monate im Voraus, in Broschüren, bunten Publikationen, auf der Website und in den Newslettern. Das war gut organisiert.

Ohne die Organisation mitzurechnen, kam genau 1 Person … Eins.

Es waren fünf Leute da, um alles an diesem Abend zu regeln, sie standen bereit für Gespräche, Kaffee war vorbereitet.

Und es kam ein Besucher … das sind 1 % von dem, was normalerweise in dieser Kirche sitzt …

Was ist deine Leidenschaft? Was sind deine Entscheidungen? Wo liegen deine Prioritäten wirklich? Oder sagen wir am Sonntag, dass es eine Leidenschaft ist, aber ist es das doch nicht, wenn es darauf ankommt in unserem Alltag?

Ein Prozent … peinlich. Umso mehr, wenn ich sehe, dass die Leidenschaft der (meist nicht-christlichen) Modellbahnfreunde vielfach(!) größer ist als die Leidenschaft, die wir bei dieser Zielgruppe gesehen haben, um Dinge zu tun, die wirklich von Bedeutung sind …

Bewältigt eure Aufgaben mit Fleiß und werdet nicht nachlässig. Lasst euch ganz von Gottes Geist durchdringen und dient Gott, dem Herrn. Seid fröhlich in der Hoffnung darauf, dass Gott seine Zusagen erfüllt. Bleibt standhaft, wenn ihr verfolgt werdet. Und lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen. (Roemer 12:11-12)

Wenn du etwas tust, dann sei mit vollem Einsatz bei der Sache! Denn im Totenreich, wohin auch du einmal gehen wirst, ist es vorbei mit allem Denken und Tun, dort gibt es weder Erkenntnis noch Weisheit. (Prediger 9:10)

Habt ihr nicht selbst gesagt: ›Es dauert noch vier Monate, dann beginnt die Ernte‹? Ich dagegen sage euch: Macht doch eure Augen auf und seht euch die Felder an! Das Getreide ist schon reif für die Ernte. Wer sie einbringt, bekommt schon jetzt seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben. Beide sollen sich über die Ernte freuen: wer gesät hat und wer die Ernte einbringt. Hier trifft das Sprichwort zu: ›Einer sät, der andere erntet.‹ Ich habe euch auf ein Feld geschickt, das ihr nicht bestellt habt, damit ihr dort ernten sollt. Andere haben sich vor euch abgemüht, und ihr erntet die Früchte ihrer Arbeit. (Johannes 4:35-38)