Normen und Werte

Normen und Werte – schon einmal davon gehört?
Aber was genau sind sie eigentlich?
Werte sind Ideale oder Prinzipien, die Menschen wichtig finden.
Normen sind Verhaltensregeln, die sich aus diesen Werten ableiten.
Werte und Normen können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein, besonders wenn man verschiedene Kulturen betrachtet. Denken wir zum Beispiel an den Unterschied in der Gastfreundschaft: In den Niederlanden bekommt man vielleicht einen Keks zum Kaffee, während man in vielen anderen Ländern schockiert angeschaut wird, wenn man das sagt. Dort ist der Tisch voller verschiedener Kuchen, Kekse, Schokolade und Obst…

Wir denken nicht oft über unsere Normen und Werte nach – es ist für uns nämlich ganz normal, auf diese Weise zu handeln oder zu denken.

Der erste Schritt besteht also darin, sich bewusst zu werden, was einem eigentlich wichtig ist. Alle Entscheidungen, die man trifft, hängen davon ab, und auch Konflikte oder Unverständnis gegenüber anderen entstehen oft, weil andere Menschen andere Werte haben als man selbst.

Stell dir vor, du arbeitest in einem Team und für dich ist der Wert „Harmonie“ sehr wichtig. Das bedeutet, dass du manchmal deine eigenen Interessen zurückstellst, um die Harmonie in der Gruppe zu bewahren. Wenn nun ein Teammitglied großen Wert darauf legt, seine eigene Meinung äußern zu können und dafür gesehen zu werden, kann das mit deinem Wert kollidieren, da seine Meinung Diskussionen auslösen und Menschen gegeneinander stellen kann.

Das Bewusstsein darüber, was für dich wichtig ist, ist also entscheidend, wenn du untersuchen möchtest, welchen inneren Konflikt du hast und womit du innerlich eigentlich kämpfst.

Bei so vielen Dingen ist es gar nicht so einfach, die Frage „Was sind deine Werte?“ zu beantworten. Deshalb haben wir in der Therapie Karten mit verschiedenen Werten als Hilfsmittel. Was ist dir wichtig?
Und jeder kann so viele Karten wählen, wie ihm wichtig erscheinen. Und welche Reihenfolge haben diese Werte dann?

Angenommen, du hast beide Werte: „gesehen werden“ und „Harmonie“. Je nachdem, welcher dieser beiden Werte wichtiger ist, hältst du in bestimmten Situationen den Mund oder sagst trotzdem, was dich bewegt, damit du gesehen wirst.

Eine Aufgabe in der Therapiegruppe, die etwas darüber aussagt, wer du bist und was dir wichtig ist.
Und das ist notwendig, um eine Lösung für deinen inneren Konflikt finden zu können.