Angstschrei

In der Therapieserie über Angst halten wir heute inne, um über die Angst nachzudenken.
Wie sieht deine Angst aus? Wie ist ihr Charakter? Was tut sie mit dir?
Mach dir ein Bild davon und schreibe anschließend auf, was sie zu dir sagt.
Und als letzter Schritt: Stimmt das, was sie sagt? Angst neigt nämlich dazu, alles aufzublasen, viel größer zu machen, als es wirklich ist, und auch Dinge über dich zu schreien…

Beim Erklären der Aufgabe denkt sie sofort an dieses Bild „Der Schrei“. Das benutzt sie in ihrer Vorstellung.

„Die Angst lähmt mich und wirft mich um. Sie drückt mich zu Boden, bis ich nicht mehr da bin…“

„Was sie zu mir sagt? So unglaublich viel! Du bist nichts wert, du kannst nichts, glaubst du wirklich, dass du es schaffst? Niemand wartet auf dich, sie wollen dich nicht, du bist nutzlos, wertlos…“
Das Blatt ist vollgeschrieben und ihr Mut sinkt.
Traurig sagt sie leise: „Aber das ist alles nicht wahr!“ Die Angst raubt ihr die Kraft und lässt sie wie ein verlorenes Häufchen Elend zurück.
„Ich weiß, dass es nicht stimmt, aber diese Gedanken kommen immer wieder zurück…“

Schritt für Schritt schreiben wir bei jeder Aussage der Angst die Wahrheit auf.
„Ich bin eine geliebte Tochter Gottes“
„Ich bin wertvoll“
„Gott lässt mich nicht im Stich“
„Ich darf hier sein“

Und so verschwinden die Lügen der Angst immer mehr in den Hintergrund.
Die Traurigkeit bleibt. Das ist ein täglicher Kampf, der nun sichtbar geworden ist.
Konfrontierend, klärend.
Das Symbol, das sie beim letzten Mal als Gegenstück zur Angst gemacht hat, nimmt sie in die Hände. Sie fühlt es, trägt es jeden Tag bei sich und es erinnert sie immer wieder an die Wahrheit.

Das sind intensive und schwierige Momente in der Therapie.
Doch sie sind nötig, um weiterzukommen, aber nur in einer geschützten, sicheren Umgebung und wenn eine Person bereit dafür ist, kann dieser Schritt getan werden.
Was für ein Sieg!